Gili Air

30. Oktober, 2010

Seit gestern Frühmorgens bin ich auf der vermutlich kleinsten und atemberaubendsten Insel in Indonesien. Es gibt zwar ein wenig Tourismus, aber irgendwie ist hier nichts, abgesehen von Pferdekutschen, Kühen und tödliche Palmen - wenn man nicht aufpasst wird man von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen! Der Strand ist überall so strahlend weiß, dass ich eine Sonnenbrille tragen muss und das Wasser ist so klar und warm wie in einer Badewanne.

Vor vier-fünf Wochen saß ich irgendwo im Norden von Ubud auf meiner Maschine und schickte in das Nirgendwo meinen Wunsch, in naher Zukunft nur noch freundliche, „spirituelle“ und wohlhabende Kunden zu haben. Mich langweilte das ständige hin und her und runter Gefeilsche. 3 Wochen und ein paar merkwürdig zusammenpassende Zufälle später hatte ich dann eine wunderschöne und vor allem talentierte Partnerin und einen Auftrag mit vier Nullen.

Letzten Mittwoch Abend luscherte ich dann Kymatica, was am Rande bemerkt eine absolut sehenswerte Dokumentation ist. Der ganze Buchladen war sprachlos, nach diesem dicken fetten Zeigefinger im Gesicht. Der Film wecke irgendetwas in mir und ich war hochgradig emotional. Am nächsten Morgen dachte ich mir, dass wenn der Wunsch nach gemütlicheren Kunden funktioniert hatte, dann… Ich schickte ins Nirgendwo das, was der Film in mir geweckt hatte, den Wunsch nach einem „aufmerksameren Bewusstsein“.

Ich weiß nicht woher, aber es kam unmittelbar die Antwort: „Leichtes, rohes Essen, keine Tiere.“. Seither geschieht irgendetwas in mir. Ich spreche seit Tagen immer und immer weniger und wenn ich spreche ist meine Stimme ungewohnt ruhig. Meine Emotionen sind wie ein wilder Stier und meine Gedanken lasse ich lieber in meinem Kopf. Ich bin gespannt wie sich das weiter entwickelt und ich sehne mich ein wenig nach 10 Tagen Vipassanā…

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